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Magen-Darm-Infekt beim Kind: Was hilft und wann zum Arzt?

Ein Magen-Darm-Infekt ist meist harmlos, kann aber zu Austrocknung führen.

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Was es ist

Gastroenteritis ist eine Entzündung der Schleimhaut von Magen und Darm [2]. Die Hauptsymptome sind Erbrechen und Durchfall [2]. Für gesunde Menschen ist sie meist nicht schwerwiegend, sie kann aber manchmal zu Austrocknung oder zu schweren Symptomen führen [2].

Es gibt viele mögliche Ursachen: Viren, Bakterien, Parasiten, Chemikalien sowie Reaktionen auf bestimmte Medikamente und Lebensmittel [2]. Die virale Gastroenteritis ist die häufigste Form; sie kann durch viele verschiedene Viren verursacht werden, darunter Noroviren und Rotaviren [2]. Manche nennen sie „Magen-Darm-Grippe“, doch dieser Name ist medizinisch nicht korrekt: Sie wird nicht durch Grippeviren verursacht [2]. Die Grippe ist eine Atemwegsinfektion, die Nase, Hals und Lunge betrifft [2].

Wenn die Erkrankung durch den Verzehr von Lebensmitteln oder Getränken entsteht, die mit Viren, Bakterien, Parasiten oder Chemikalien verunreinigt sind, spricht man von einer Lebensmittelvergiftung [2]. Die Erreger können auch von Mensch zu Mensch übertragen werden – etwa wenn Sie etwas berühren, worauf die Keime haften, und danach Augen, Mund oder Nase berühren [2].

Zu den Symptomen gehören Durchfall, Schmerzen oder Krämpfe im Bauch, Übelkeit, Erbrechen und manchmal Fieber [4]. Bestimmte Personen haben ein höheres Risiko für schwerere Verläufe: Schwangere, ältere Erwachsene, Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder anderen schweren Erkrankungen, Säuglinge sowie Frühgeborene und Babys mit anderen Gesundheitsproblemen [4]. Wenn Sie oder ein Familienmitglied zu dieser Gruppe gehören und Symptome haben, wenden Sie sich sofort an eine Ärztin oder einen Arzt [4].

Was Sie zu Hause tun können

Wann Sie zur Ärztin oder in die Notaufnahme sollten

Wenden Sie sich sofort an eine Ärztin, einen Arzt oder die Notaufnahme, wenn bei Ihnen oder Ihrem Kind eines dieser Warnzeichen auftritt [4]:

Zur Diagnostik kann die Ärztin oder der Arzt eine körperliche Untersuchung machen, nach den Symptomen fragen und eventuell eine Stuhlprobe untersuchen [4]. Bei einer akuten Gastroenteritis im Kindesalter sollte auch eine EHEC-Infektion in Betracht gezogen werden [5]. Eine mikrobiologische Stuhluntersuchung auf EHEC ist unter anderem angezeigt bei Durchfall und sichtbarem Blut im Stuhl, bei wegen Durchfall hospitalisierten Kindern bis zum 6. Lebensjahr sowie bei Kontaktpersonen von Patientinnen und Patienten mit HUS [5].

Häufige Fragen

Kann man einen Magen-Darm-Infekt immer verhindern? Nein, er lässt sich nicht immer verhindern [1]. Händewaschen, das Reinigen möglicherweise verunreinigter Flächen und sichere Lebensmittelzubereitung können aber einige der Infektionen verhindern helfen [1].

Wie verbreitet sind EHEC-Infektionen? EHEC-Infektionen treten weltweit auf; die Häufigkeit übermittelter EHEC-Erkrankungen ist bei Kindern unter 5 Jahren am höchsten [6]. Nach Campylobacter und Salmonellen sind EHEC die dritthäufigsten gemeldeten bakteriellen Gastroenteritis-Erreger [6].

Muss eine Einrichtung informiert werden? Leiterinnen und Leiter von Gemeinschaftseinrichtungen müssen das zuständige Gesundheitsamt unverzüglich benachrichtigen, wenn dort betreute Kinder unter 6 Jahren an infektiöser Gastroenteritis erkrankt oder dessen verdächtig sind [7][8][9][10].

Quellen

[1] MedlinePlus — “Gastroenteritis” (2022), Abschnitt “Can gastroenteritis be prevented?”, S. 1 — https://medlineplus.gov/gastroenteritis.html [2] MedlinePlus — “Gastroenteritis” (2022), Abschnitt “What is gastroenteritis?”, S. 1 — https://medlineplus.gov/gastroenteritis.html [3] MedlinePlus — “Gastroenteritis” (2022), Abschnitt “What are the treatments for gastroenteritis?”, S. 1 — https://medlineplus.gov/gastroenteritis.html [4] MedlinePlus — “Gastroenteritis” (2022), Abschnitt “What are the symptoms of gastroenteritis?”, S. 1 — https://medlineplus.gov/gastroenteritis.html [5] RKI — “EHEC-Erkrankung”, Abschnitt “Diagnostik 1. Differentialdiagnostik”, S. 1 — https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_EHEC.html [6] RKI — “EHEC-Erkrankung”, Abschnitt “Vorkommen”, S. 1 — https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_EHEC.html [7] RKI — “Salmonellose”, Abschnitt “Benachrichtigungspflicht gemäß IfSG”, S. 1 — https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_Salmonellose.html [8] RKI — “Campylobacter-Enteritis”, Abschnitt “Benachrichtigungspflicht gemäß IfSG”, S. 1 — https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_Campylobacter.html [9] RKI — “Norovirus-Gastro­enteritis”, Abschnitt “Benachrichtigungspflicht gemäß IfSG”, S. 1 — https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_Noroviren.html [10] RKI — “Rotaviren-Gastro­enteritis”, Abschnitt “Benachrichtigungspflicht gemäß IfSG”, S. 1 — https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_Rotaviren.html

Dieser Ratgeber fasst veröffentlichte kinderärztliche Leitlinien zusammen. Er ist keine medizinische Beratung und ersetzt nicht Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt. Rufen Sie im Notfall Ihre Notrufnummer an.

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