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Warum schreit mein Baby so viel – ist das Kolik?

Wenn ein gesundes Baby sehr viel schreit, kann das eine Kolik sein. Was hilft und wann Sie Hilfe holen.

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Was es ist

Manche Babys unter 5 Monaten schreien sehr viel. Das kann ein Zeichen für eine Kolik sein [1]. Dass es Koliken gibt, ist unbestritten, aber niemand weiß, wodurch sie entstehen [1]. Einige Ärztinnen und Ärzte halten sie für eine Art Magenkrampf [1]. Das Schreien klingt elend und verzweifelt, hört kurz auf und beginnt wieder – das spricht für Wellen von Bauchschmerzen [1]. Das Schreien kann einige Stunden dauern [1].

Ihr Baby hat möglicherweise eine Kolik, wenn es mehr als 3 Stunden am Tag, an 3 Tagen pro Woche und mindestens 1 Woche lang schreit, sonst aber gesund ist [7]. Oft schreit es nachmittags und abends mehr [7]. Beim Schreien kann es die Fäuste ballen, rot im Gesicht werden, die Knie zum Bauch ziehen oder den Rücken durchstrecken; der Bauch kann rumoren oder es hat viel Luft [7]. Die Kolik kann beginnen, wenn ein Baby einige Wochen alt ist, und hört meist auf, wenn es 3 bis 4 Monate alt ist [7].

Es gibt auch andere Gründe für Schreien: Hunger, eine schmutzige Windel, Luft im Bauch, Reflux oder Verstopfung [7]. Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [7].

Was Sie zu Hause tun können

Ihr Baby muss wegen einer Kolik normalerweise nicht zum Arzt [9]. Mittel gegen Koliken wie Anti-Kolik-Tropfen, pflanzliche oder probiotische Präparate gibt es in Apotheken und manchen Geschäften, sie werden aber nicht empfohlen, und es gibt keine Belege, dass sie helfen [9].

Auch sanfte Bewegung, Singen und Sprechen, ein Tragetuch, ein Spaziergang oder eine Autofahrt können helfen; wenn Ihr Baby im Auto einschläft, nehmen Sie es so bald wie möglich aus dem Kindersitz und legen Sie es auf eine feste, flache Unterlage zum Schlafen [5]. Streichen Sie ihm sanft über den Rücken [5]. Manchmal hält zu viel Wiegen und Singen das Baby wach [5]. Fragen Sie Ihre Hebamme oder Ihren Arzt um Rat [5].

Wichtig: Schütteln Sie Ihr Baby niemals. So frustriert Sie auch sind – Schütteln kann das Gehirn schädigen [6]. Wenn Sie nicht mehr können, legen Sie Ihr Baby sicher in Bettchen oder Kinderwagen, schließen Sie die Tür, gehen Sie in einen anderen Raum und beruhigen Sie sich; setzen Sie sich ein Zeitlimit, zum Beispiel 10 Minuten, und gehen Sie dann zurück [6]. Versuchen Sie keine sanfte Druckbehandlung an Wirbelsäule oder Schädel – es gibt kaum Belege, dass sie wirkt, und sie kann Ihrem Baby schaden [8].

Wann Sie zur Ärztin oder in die Notaufnahme sollten

Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn Sie sich wegen des Schreiens Sorgen machen, wenn bei einer Kolik nichts zu helfen scheint, wenn Sie es schwer finden, damit zurechtzukommen, wenn Ihr Baby nicht wie erwartet wächst oder zunimmt oder wenn es nach 4 Monaten noch Kolik-Symptome hat [8].

Rufen Sie den örtlichen Notruf oder gehen Sie in die Notaufnahme, wenn Ihr Baby eines dieser Zeichen hat:

Vertrauen Sie Ihrem Gefühl: Sie wissen am besten, was bei Ihrem Kind anders ist [4][8].

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Kolik? Sie beginnt oft, wenn das Baby einige Wochen alt ist, und hört meist mit 3 bis 4 Monaten auf [7].

Helfen Tropfen oder Zusatzmittel? Sie werden nicht empfohlen, und es gibt keine Belege, dass sie gegen Kolik helfen [9].

Muss ich meine Ernährung ändern, wenn ich stille? Nein, Sie können wie gewohnt weiterstillen [9].

Warum schreien Babys sonst noch? Häufige Gründe sind Hunger, eine schmutzige oder nasse Windel, Müdigkeit, Nähe, Luft im Bauch, zu warm oder zu kalt, Langeweile und zu viele Reize [2]. Nachmittags und abends schreien Babys am häufigsten [2]. Das Schreien nimmt mit etwa 2 Wochen zu und geht mit etwa 3 Monaten allmählich zurück [2].

Was kann die Ursache sein? Es ist nicht genau bekannt; möglich ist, dass junge Babys Nahrung schwerer verdauen oder Probleme mit Lebensmittelallergien wie einer Kuhmilchallergie haben [10].

Wo bekomme ich Unterstützung? Sie können mit einer Freundin, einem Freund, Ihrer Hebamme oder Ihrer Ärztin sprechen [6]. Es kann helfen, aufzuschreiben, wann und wie oft Ihr Baby schreit [6].

Quellen

[1] NHS — “Soothing a crying baby” (2026), Abschnitt “Colic”, S. 1 — https://www.nhs.uk/baby/caring-for-a-newborn/soothing-a-crying-baby/ [2] NHS — “Soothing a crying baby” (2026), Abschnitt “Soothing a crying baby”, S. 1 — https://www.nhs.uk/baby/caring-for-a-newborn/soothing-a-crying-baby/ [4] NHS — “Soothing a crying baby” (2026), Abschnitt “Crying and illness”, S. 1 — https://www.nhs.uk/baby/caring-for-a-newborn/soothing-a-crying-baby/ [5] NHS — “Soothing a crying baby” (2026), Abschnitt “How to calm a crying baby”, S. 1 — https://www.nhs.uk/baby/caring-for-a-newborn/soothing-a-crying-baby/ [6] NHS — “Soothing a crying baby” (2026), Abschnitt “Getting help with a crying baby”, S. 1 — https://www.nhs.uk/baby/caring-for-a-newborn/soothing-a-crying-baby/ [7] NHS — “Colic” (2022), Abschnitt “Symptoms of colic”, S. 1 — https://www.nhs.uk/conditions/colic/ [8] NHS — “Colic” (2022), Abschnitt “Don’t”, S. 1 — https://www.nhs.uk/conditions/colic/ [9] NHS — “Colic” (2022), Abschnitt “Things you can try to soothe your baby”, S. 1 — https://www.nhs.uk/conditions/colic/ [10] NHS — “Colic” (2022), Abschnitt “Causes of colic”, S. 1 — https://www.nhs.uk/conditions/colic/

Dieser Ratgeber fasst veröffentlichte kinderärztliche Leitlinien zusammen. Er ist keine medizinische Beratung und ersetzt nicht Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt. Rufen Sie im Notfall Ihre Notrufnummer an.

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