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Fieber bei Kindern: Was tun und wann zum Arzt?
Fieber ist meist eine natürliche Abwehrreaktion. So helfen Sie Ihrem Kind und erkennen Warnzeichen.
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Was es ist
Fieber ist eine Körpertemperatur, die höher ist als normal. Normal sind meist etwa 37 °C, doch das kann von Person zu Person schwanken [3]. Fieber ist keine Krankheit, sondern ein Zeichen dafür, dass der Körper eine Krankheit oder Infektion bekämpft [3]. Infektionen sind die häufigste Ursache. Viren und Bakterien überleben bei normaler Körpertemperatur besser; bei Fieber wird es für sie schwieriger [3]. Fieber aktiviert außerdem das Immunsystem [3]. Andere Ursachen sind zum Beispiel bestimmte Medikamente, Hitzeerkrankungen, Krebserkrankungen, Autoimmunerkrankungen und manche Impfungen im Kindesalter [3]. Auch bei Dengue-Fieber kann hohes Fieber auftreten, meist 4 bis 10 Tage nach der Ansteckung, und 2 bis 7 Tage anhalten [2].
Wie lange Fieber dauert, hängt von der Ursache ab. Meist sind es 2 bis 4 Tage, es kann aber auch länger dauern, ohne dass das schlimmer bedeutet [7]. Fiebermittel senken die Temperatur, aber nicht immer ganz, besonders wenn sie sehr hoch ist. Dass Fieber nach einem Fiebermittel bleibt, ist häufig und kein Zeichen von Schwere [7].
Was Sie zu Hause tun können
- Ziel ist das Wohlbefinden des Kindes. Behandeln Sie das Unwohlsein, nicht das Fieber selbst [8].
- Sorgen Sie für ausreichend Flüssigkeit, einen neutral temperierten, gelüfteten Raum und vermeiden Sie zu viele Kleidung oder Decken, damit Wärme abgegeben werden kann [8].
- Fiebermittel wie Paracetamol und Ibuprofen senken die Temperatur und bessern das Allgemeinbefinden, heilen aber die Infektion nicht. Nach Ablauf der Wirkung kommt das Fieber oft zurück [8]. Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin nach der passenden Dosierung; nutzen Sie den Dosierungsrechner.
- Diese Mittel werden üblicherweise alle 6 bis 8 Stunden nach Empfehlung des Kinderarztes gegeben. Beide wirken ähnlich [8].
- Ein systematischer Wechsel zwischen den Fiebermitteln alle 3 bis 4 Stunden wird nicht empfohlen, außer das Kind hat vor Ablauf der 6 Stunden Beschwerden oder eine Vorerkrankung, die das rechtfertigt [8].
- Baden Sie das Kind nicht in kaltem Wasser und legen Sie keine feuchten Tücher auf, das ist unangenehm und als Fiebermaßnahme nicht wirksam [8].
- Wenig Appetit ist normal. Zwingen Sie das Kind nicht zum Essen, achten Sie aber auf reichlich Flüssigkeit [8].
- Fiebermittel, gute Flüssigkeitszufuhr, nicht zu warm anziehen und ein gelüfteter, temperierter Raum helfen, das Unwohlsein zu lindern [5].
- Zur Vorbeugung von Infektionen: häufiges Händewaschen mit Wasser und Seife oder Händedesinfektionsmittel, Menschenansammlungen in geschlossenen Räumen meiden, Stillen und Impfungen [5].
- Mit Fieber sollte das Kind nicht in Schule oder Kita gehen, um andere nicht anzustecken [5].
- Wenn das Kind fieberfrei ist und sich wohlfühlt, kann es seinen Alltag wieder aufnehmen. Es ist jedoch ratsam, 24 Stunden ohne Fieber abzuwarten, bevor es in Kita oder Schule zurückkehrt [7].
Wann Sie zur Ärztin oder in die Notaufnahme sollten
Suchen Sie dringend ärztlichen Rat, wenn Ihr Kind [1]:
- jünger als 3 Monate ist und 38 °C oder mehr hat, oder Sie glauben, es hat Fieber
- 3 bis 6 Monate alt ist und 39 °C oder mehr hat, oder Sie glauben, es hat Fieber
- neben dem Fieber weitere Krankheitszeichen hat, etwa einen Hautausschlag
- seit 5 Tagen oder länger Fieber hat
- nicht essen möchte oder nicht wie sonst ist und Sie sich Sorgen machen
- Anzeichen von Austrocknung zeigt, etwa sehr trockene Windeln, eingefallene Augen und keine Tränen beim Weinen
Rufen Sie sofort den örtlichen Notruf, wenn Ihr Kind [1]:
- einen steifen Nacken hat
- einen Hautausschlag hat, der beim Drücken mit einem Glas nicht verblasst
- lichtempfindlich ist
- zum ersten Mal einen Krampfanfall hat (es hört nicht auf zu zittern)
- ungewöhnlich kalte Hände und Füße hat
- Veränderungen der Hautfarbe zeigt, etwa blau, grau, blasser als sonst oder fleckig (bei brauner oder schwarzer Haut schwerer zu erkennen), oder blaue, graue oder blassere Lippen oder Zunge
- schläfrig ist und schwer aufwacht
- extrem unruhig ist (nicht aufhört zu weinen) oder verwirrt ist
- Schwierigkeiten beim Atmen hat (zum Beispiel Grunzgeräusche oder Einziehungen unter dem Rippenbogen), kurzatmig ist oder sehr schnell atmet
- nicht wie sonst reagiert oder kein Interesse am Füttern oder an normalen Aktivitäten hat
Suchen Sie auch sofort Hilfe bei [4]:
- einem Kind, das abgeschlagen, wenig reagibel oder sehr reizbar ist
- Atembeschwerden
- Hautflecken, die beim Drücken nicht verschwinden
- wenn weder feste Nahrung noch Flüssigkeit über den Mund aufgenommen wird
- Kindern unter 2 Monaten oder mit geschwächtem Immunsystem
Bei Dengue-Fieber suchen Sie sofort Hilfe bei starken Bauchschmerzen, anhaltendem Erbrechen, schneller Atmung, Zahnfleisch- oder Nasenbluten, Müdigkeit, Unruhe, Blut in Erbrochenem oder Stuhl, starkem Durst, blasser und kalter Haut oder Schwäche. Diese Zeichen treten oft auf, nachdem das Fieber gesunken ist [2].
Häufige Fragen
Muss ich das Fieber immer senken? Nein. Behandelt wird das Unwohlsein, nicht die Zahl auf dem Thermometer [8].
Warum bleibt das Fieber trotz Fiebermittel? Das ist häufig und bedeutet nicht, dass es schlimmer ist [7].
Darf mein Kind Aspirin bekommen? Kindern mit Fieber sollte kein Aspirin gegeben werden [3].
Worauf soll ich zu Hause achten? Auf das Allgemeinbefinden und eine gute Hautfarbe. Achten Sie außerdem auf Petechien, also rote Punkte auf der Haut, die beim seitlichen Drücken nicht verschwinden [7].
Wann darf mein Kind wieder in Kita oder Schule? Wenn es fieberfrei ist und sich wohlfühlt. Es ist ratsam, 24 Stunden ohne Fieber abzuwarten [7].
Quellen
[1] NHS — “High temperature (fever) in children” (2025), Abschnitt “Don’t”, S. 1 — https://www.nhs.uk/symptoms/fever-in-children/ [2] WHO — “Dengue”, Abschnitt “Symptoms”, S. 1 — https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/dengue-and-severe-dengue [3] MedlinePlus — “Fever” (2025), S. 1 — https://medlineplus.gov/fever.html [4] SEUP — “Fiebre. Información para padres” (2025), Abschnitt “¿CUÁNDO DEBEMOS CONSULTAR EN UN SERVICIO DE URGENCIAS?”, S. 2 — https://seup.org/wp-content/uploads/2025/05/15_Fiebre.pdf [5] SEUP — “Fiebre. Información para padres” (2025), Abschnitt “¿CÓMO PODEMOS PREVENIR LAS INFECCIONES?”, S. 2 — https://seup.org/wp-content/uploads/2025/05/15_Fiebre.pdf [7] SEUP — “Fiebre. Información para padres” (2025), Abschnitt “¿CUÁL ES LA EVOLUCIÓN ESPERABLE?”, S. 1, 2 — https://seup.org/wp-content/uploads/2025/05/15_Fiebre.pdf [8] SEUP — “Fiebre. Información para padres” (2025), Abschnitt “¿QUÉ PODEMOS HACER EN CASA CUANDO TIENE FIEBRE?”, S. 1 — https://seup.org/wp-content/uploads/2025/05/15_Fiebre.pdf
Dieser Ratgeber fasst veröffentlichte kinderärztliche Leitlinien zusammen. Er ist keine medizinische Beratung und ersetzt nicht Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt. Rufen Sie im Notfall Ihre Notrufnummer an.
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