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Anaphylaxie: Was tun bei einer schweren allergischen Reaktion?
Eine Anaphylaxie ist eine lebensbedrohliche allergische Reaktion, die sofort im Krankenhaus behandelt werden muss.
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Was es ist
Eine Anaphylaxie ist eine lebensbedrohliche allergische Reaktion, die sehr schnell auftritt [9]. Sie entsteht, wenn der Körper heftig auf etwas reagiert, gegen das man allergisch ist [6]. Auslöser können zum Beispiel Lebensmittel wie Nüsse, Kuhmilch, Eier, Fisch oder Sesam sein, außerdem Medikamente wie Antibiotika oder nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), Insektenstiche von Wespen und Bienen, Narkosemittel und Latex [6]. Manchmal ist nicht bekannt, was die Reaktion ausgelöst hat [6].
Die Symptome beginnen meist innerhalb von Minuten nach dem Kontakt mit dem Allergen [9]. Dazu gehören Schwellungen von Hals und Zunge, Schwierigkeiten beim Atmen oder sehr schnelles Atmen, Schluckbeschwerden, Enge im Hals oder eine heisere Stimme, Keuchen, Husten oder geräuschvolles Atmen, Müdigkeit oder Verwirrtheit, Schwindel oder Ohnmacht, kalte Haut sowie bläuliche, graue oder blasse Haut, Lippen oder Zunge [9]. Bei brauner oder schwarzer Haut ist dies manchmal besser an den Handflächen oder Fusssohlen zu erkennen [9]. Auch ein geschwollener, erhabener oder juckender Hautausschlag kann vorkommen [9].
Was Sie zu Hause tun können
Wenn Sie oder eine Person bei Ihnen eine Anaphylaxie vermuten, handeln Sie sofort [2]:
- Verwenden Sie einen Adrenalin-Autoinjektor (zum Beispiel EpiPen), wenn Sie einen haben – die Anleitung steht auf der Seite des Injektors [2].
- Rufen Sie danach die Notrufnummer Ihres Landes an und sagen Sie, dass Sie eine anaphylaktische Reaktion vermuten [2].
- Legen Sie sich hin – Sie können die Beine hochlegen. Wenn das Atmen schwerfällt, heben Sie die Schultern an oder setzen Sie sich langsam auf. In der Schwangerschaft liegen Sie auf der linken Seite [2].
- Bei einem Insektenstich versuchen Sie, den Stachel zu entfernen, wenn er noch in der Haut steckt [2].
- Wenn sich die Symptome nach 5 Minuten nicht bessern, verwenden Sie einen zweiten Adrenalin-Autoinjektor [2].
- Stehen oder gehen Sie nicht, auch wenn Sie sich besser fühlen [2].
Zur Vorbereitung und Vorbeugung können Sie einiges tun [4]:
- Vermeiden Sie das Lebensmittel, Medikament oder den Stoff, gegen den Sie allergisch sind – prüfen Sie bei Lebensmitteln die Etiketten und informieren Sie das Personal in Restaurants [4].
- Tragen Sie immer 2 Adrenalin-Autoinjektoren bei sich [4].
- Prüfen Sie regelmässig das Ablaufdatum Ihrer Autoinjektoren und besorgen Sie rechtzeitig neue [4].
- Üben Sie die Anwendung mit einem Trainer-Injektor ohne Nadel und ohne Medikament [4].
- Zeigen Sie Freunden, Familie, Kollegen oder Betreuungspersonen, wie und wann sie Ihren Autoinjektor verwenden [4].
- Verwenden Sie den Autoinjektor, wenn Sie eine Anaphylaxie vermuten, auch bei milden Symptomen [4].
- Tragen Sie einen medizinischen Notfallausweis, zum Beispiel ein Armband mit Angaben zu Ihrer Allergie [4].
- Bewahren Sie die Autoinjektoren nicht an zu heissen oder zu kalten Orten auf, etwa im Kühlschrank oder in der Sonne [4].
Wann Sie zur Ärztin oder in die Notaufnahme sollten
Rufen Sie sofort die Notrufnummer Ihres Landes, wenn [9]:
- Lippen, Mund, Hals oder Zunge plötzlich anschwellen
- die Person sehr schnell atmet oder schwer atmet, stark keucht oder das Gefühl hat zu ersticken
- sich der Hals eng anfühlt oder das Schlucken schwerfällt
- Haut, Zunge oder Lippen bläulich, grau oder blass werden
- die Person plötzlich sehr verwirrt, schläfrig oder schwindelig wird
- jemand ohnmächtig wird und nicht aufgeweckt werden kann
- ein Kind schlaff ist, nicht reagiert wie sonst oder den Kopf nicht heben kann
Auch ein geschwollener, erhabener oder juckender Hautausschlag kann dazugehören [9]. Eine Anaphylaxie muss sofort im Krankenhaus behandelt werden [1]. Die Behandlung kann Adrenalin als Injektion oder Infusion, Sauerstoff und Flüssigkeiten über eine Infusion umfassen [1]. Meist bleibt man etwa 2 bis 12 Stunden im Krankenhaus, manchmal länger [1]. Vor der Entlassung sollten Sie 2 Adrenalin-Autoinjektoren oder ein Rezept dafür erhalten [1]. Sie werden ausserdem darin geschult, wie und wann Sie den Autoinjektor verwenden [1]. Bei Bedarf werden Sie an eine Allergiespezialistin oder einen Allergiespezialisten überwiesen [1].
Häufige Fragen
Gibt es eine Heilung für Lebensmittelallergien? Nein, Lebensmittelallergien sind nicht heilbar. Die einzige Möglichkeit, eine Reaktion zu verhindern, ist, das Lebensmittel zu meiden, gegen das Sie allergisch sind [5].
Welche Medikamente gibt es? Es gibt Antihistaminika bei milden allergischen Reaktionen und Notfallmedikamente wie Adrenalin-Autoinjektoren oder einen Nasenspray (EURneffy) bei schweren allergischen Reaktionen [3]. Auch Kortikosteroide können Symptome lindern [5].
Was ist ein Allergie-Notfallplan? Ihre Spezialistin oder Ihr Spezialist gibt Ihnen einen Allergie-Notfallplan, der erklärt, wie Sie Ihre Allergie behandeln [3].
Was ist nach einer Anaphylaxie wichtig? Tragen Sie Ihre Autoinjektoren immer bei sich und lernen Sie, sie richtig zu verwenden [5]. Ein medizinischer Notfallausweis mit Angabe Ihrer Allergie ist ebenfalls sinnvoll [5].
Quellen
[1] NHS — “Anaphylaxis” (2023), Abschnitt “Treatment for anaphylaxis”, S. 1 — https://www.nhs.uk/conditions/anaphylaxis/ [2] NHS — “Anaphylaxis” (2023), Abschnitt “What to do if you have anaphylaxis”, S. 1 — https://www.nhs.uk/conditions/anaphylaxis/ [3] NHS — “Food allergy” (2026), Abschnitt “Treatments for a food allergy”, S. 1 — https://www.nhs.uk/conditions/food-allergy/ [4] NHS — “Anaphylaxis” (2023), Abschnitt “Things you can do to help prevent anaphylaxis”, S. 1 — https://www.nhs.uk/conditions/anaphylaxis/ [5] MedlinePlus — “Food Allergy” (2025), Abschnitt “What are the treatments for food allergies?”, S. 1 — https://medlineplus.gov/foodallergy.html [6] NHS — “Anaphylaxis” (2023), Abschnitt “Causes of anaphylaxis”, S. 1 — https://www.nhs.uk/conditions/anaphylaxis/ [9] NHS — “Anaphylaxis” (2023), Abschnitt “Anaphylaxis”, S. 1 — https://www.nhs.uk/conditions/anaphylaxis/
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